Einleitung

Deformationen und Setzungen sind in der Regel unvermeidbar und stellen eine große Herausforderung im Bauwesen, insbesondere beim Brücken- und Gebäudebau dar. Mit geeigneten geodätischen Messmethoden werden diese Deformationen möglichst genau analysiert. Jedoch kommt es hierbei erfahrungsgemäß immer wieder zu unerwarteten Abweichungen, die die Genauigkeit der Messergebnisse nachhaltig beeinflussen können. Diese Abweichungen können auf unterschiedlichste physikalische oder technische Einflussfaktoren zurückgeführt werden.

Im Rahmen der Abschlussarbeit „Genauigkeitsuntersuchung von Deformationsmessungen mit Hilfe von speziellen Rotationslasern“ wurden die bei den Messungen auftretenden Einflussfaktoren, in Form von Sonnenlicht und Reflexionen genauer untersucht. Schon bei einer vorangegangenen Bachelorarbeit  im Wintersemester 2018/19 kam es zu genannten Einflussfaktoren, bei der Aufzeichnung von Messwerten. Aus diesem Grund beschäftigt sich diese wissenschaftliche Arbeit noch einmal näher mit den möglichen Einflüssen.

Um eine effektive Qualitätskontrolle an Bauwerken zu gewährleisten, ist die Beachtung dieser potenziellen Fehlerquellen unerlässlich. Da es bei dynamischen Belastungen oder etwaigen Änderungen der Stützbedingungen in der Vermessung von Bauwerken zu meist zu relativ geringen Abweichungen im mm-Bereich kommt, sollten Störfaktoren weitgehend vermieden werden. 

Rotationslaser haben ein großes Potenzial, mit dem sie nicht nur der herkömmlichen Verwendung als Bau-Laser gerecht werden. In Verbindung mit den in dieser Arbeit verwendeten Laserempfängern erweitert sich der Einsatzbereich auch auf die geodätische Messtechnik. Da diese Kombination als Messsystem, trotz entsprechend vorhandener Hardware vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erfahren hat und zudem auch wenig Fachliteratur zum Thema besteht, kann diese Abschlussarbeit ein Stück zur weiteren Implementierung in die Messtechnik beitragen.


Mit einem bestehenden Messsystem der Beuth Hochschule welches aus dem Rotationslaser „Leica Rugby 100“, den „AndroTec Metor MTR-125“ Laserempfängern und einem Computer mit dem Programm „Rotlas Aufzeichnung“ zur Registrierung und Speicherung der Messwerte besteht, sollten darauf wirkende Einflussfaktoren in Testmessungen im Kellerkorridor des Hauses Bauwesens umfassend untersucht werden. Diese sollten Aufschluss darüber geben, welche Genauigkeit mit dem Messsystem in Abhängigkeit zur Entfernung erreicht werden können und welche Rolle die Einflussfaktoren Reflexion, sowie starke Einstrahlung spielen. Anschließend kam es zu einer praktischen Deformations-messung am Brückenmodell auf dem Dach des Hauses Bauwesens. 
Die praktische Messung am Brückenmodell galt der Überprüfung des Verhaltens des Modells unter Belastung. Mögliche Deformationen des Modells konnten so durch die verursachten Höhenunterschiede an den Empfängern mit dem Messsystem bestimmt werden. 

Die erfassten Daten der Testmessungen sowie der Messungen am Brückenmodell wurden im Zuge dieser Abschlussarbeit grafisch sowie statistisch analysiert. Dies galt der Einordnung des Einsatzbereiches dem das Messsystem in der Deformationsmessung auch unter dem Einfluss von gewissen Störfaktoren dienen kann.