Zusammenfassung
Die erfolgten Recherchen zur Sensorelektronik sowie die Testmessungen konnten eine mögliche Erklärung für die fehlerhafte Registrierung von Messwerten geben. Die Patente haben Aufschluss darüber gegeben, dass die Sensoren aufgrund von einer Störlichtquelle oder einer Reflexion eine Falschregistrierung von Messwerten vornehmen können. Außerdem wurde aufgezeigt, was im Falle von zu hoher Belichtung am Empfänger geschieht. Es kann zu einer Überblendung der Sensoren kommen, die die Messergebnisse verfälscht. Anhand der Ergebnisse und Recherchen lassen sich so bestimmte Messkonstellationen beim geodätischen Messeinsatz vermeiden. Demnach sollte vor allem auf die Vermeidung von möglichen Reflexionsquellen oder direkte Sonneneinstrahlung geachtet werden.
Bei den umfangreichen Auswertungen der Testmessungen konnte gezeigt werden, dass bei Messungen mit dem verwendeten Messsystem Genauigkeiten im Submillimeterbereich möglich sind. Dies setzt jedoch gute Umgebungsbedingungen voraus. Die während der Testmessungen erfolgten Vermeidungsmöglichkeiten zum Eindämmen der Reflexionen zeigten bedingt Wirkung. Leider war der Versuch, dem Rotationslaser eine „Augenklappe“ in Form einer Schablone aufzusetzen nicht von Erfolg gekrönt. Das Auswertediagramm, zeigte dieselben Abweichungen bei Messungen im Kellerflur auf, die auch schon Thomas Günther in der Präsentation seiner Abschlussarbeit beschrieb. Der Grund dafür, dass das Beschneiden des Rotationsbereiches und die Vermeidung von Reflexionen keinen Erfolg hatten, wird in der allgemeinen Beschaffenheit der Messumgebung gesehen. Die Kombination aus relativ tief im Gehäuse liegenden Rotationskopf und schmalem, langem Flur, ließ es nicht zu, die Reflexion an den Wänden zu vermeiden. Jedoch war es innerhalb der zweiten Testmessung möglich, die Reflexionen teilweise einzudämmen, die Anomalien in der Grafik zu senken und somit die Genauigkeit zu steigern. Dies erfolgte durch simples Abhängen von Schildern sowie durch teilweises Abschirmen von Türen, Rahmen und anderen auf dem Flur befindlichen metallischen Gegenständen mit Hilfe von Spanholzplatten. Der für ein geodätisches Messsystem übliche Zusammenhang zwischen Abstand und wachsender Standardabweichung (sinkende Genauigkeit) konnte aufgrund dieser Bedingungen leider nicht dargestellt werden. Aufgrund der Erkenntnisse, ist anzunehmen, dass Reflexionen zu Fehlregistrierungen und dadurch zu einer Verschlechterung der Genauigkeiten führten. Aus genannten Gründen wird der Kellerkorridor daher als ungeeignet für Messungen mit dem beschriebenen Messsystem eingestuft.
Das zweite Untersuchungsfeld beschränkte sich auf die direkte Einstrahlung von Sonnenlicht, um daraus Einschätzungen für den Einsatz des Messsystems unter Realbedingungen unter gegeben Umständen ziehen zu können. So wurde herausgefunden, dass trotz implementierter Filterelektronik, hohe Umgebungshelligkeit bzw. direkte Einstrahlung zu hohen Abweichungen führen können. Bei Bestrahlung mit einem Flutlichtstrahler kam es teilweise zur Überblendung des Sensors, was zur Maximalregistrierung (etwa 1200/min) (AndroTec Techn. Daten: Internet) von Messwerten und daraus resultierend zu unzuverlässigen Messwerten führte. Folglich sollten in Zukunft bei beispielsweise erfolgenden Deformationsmessungen die direkte Einstrahlung von Sonnenlicht vermieden werden.
Nach Messungen am Brückenbauwerk kann abschließend bewertet werden, dass das Messsystem grundsätzlich für Deformations- sowie Setzungsmessungen verwendet werden kann und dieses auch bei starkem Wind ausreichend genaue Ergebnisse lieferte. Die Deformation am Brückenmodell war mit dem vorhandenen Messsystem zweifelsfrei nachweisbar. Für den Einsatz in der realen Praxis muss jedoch immer individuell betrachtet werden, ob das System die geforderten Spezifikationen erfüllen kann. Mögliche Faktoren, die in diese Beurteilung einfließen können sind u.a. die geforderte Genauigkeit, die Bauwerkseigenschaften, die Konstellation, die Sensorabstände und die Auswerteverfahren.
Ausblick
Rotationslaser sowie die photoelektrischen Empfängereinheiten bieten weitreichende Einsatzmöglichkeiten im geodätischen Messbetrieb. Unter der Voraussetzung der stetigen Weiterentwicklung sind weitreichende Einsatzmöglichkeiten denkbar. Werden Störeinflüsse minimiert, sind auf Grund der Anzahl der registrierten Messwerte Genauigkeiten im Submillimeterbereich realisierbar. Da nicht alle Störeinflüsse lokalisiert und verhindert werden können, ist hier auch die Weiterentwicklung der Messsysteme sinnvoll, um mit entsprechenden Funktionen Störeinflüsse nachhaltig zu minimieren.